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zwergenalltag

Ein Regentag mit Kartons, Decken und wenig Vorbereitung

Spielen & unterwegsRosalia Albescu5 Minuten Lesezeit
Eine Bezugsperson knetet Teig in einer gelben Schüssel, zwei Kinder stechen Formen aus dem ausgerollten Teig, daneben liegen ein Nudelholz und ein Backblech.

Der Regen läuft seit dem Morgen die Scheibe herunter, und die Wohnung wird mit jeder Stunde kleiner. Bei uns beginnt so ein Tag mit einer Decke über zwei Stühlen, vier Wäscheklammern und einem Karton, der seit dem Umzug im Flur steht. Acht Ideen reichen, um den Nachmittag herumzukriegen. Sie brauchen nichts aus dem Laden, nur Material, das schon da ist, und einen Erwachsenen, der weiß, wo alle gerade sind.

Der Regen läuft seit dem Morgen die Scheibe herunter, und die Wohnung wird mit jeder Stunde kleiner. Bei uns beginnt so ein Tag mit einer Decke über zwei Stühlen, vier Wäscheklammern und dem Karton, der seit dem Umzug im Flur steht. Die Zwerge nennen das Höhle. Ich nenne es einen Nachmittag, den wir herumkriegen, ohne ins Auto zu steigen.

Acht Ideen reichen dafür. Sie brauchen nichts aus dem Laden, nur Material, das schon in der Wohnung liegt, und einen Erwachsenen, der weiß, wo alle gerade sind. Der Aufbau von heute lässt sich am nächsten Regentag wiederverwenden. Das ist der ganze Trick.

Die acht Ideen für einen Regentag

Die Reihenfolge ist keine Vorschrift. Fang mit dem an, wofür ihr das Material schon habt. Ein Material pro Idee, ein Platz pro Idee. Wer alles gleichzeitig aus dem Schrank holt, sitzt danach in einem Zimmer, in dem niemand mehr spielen kann.

  1. Höhle aus Decke und zwei Stühlen. Zwei stabile Stühle, ein Laken, Wäscheklammern. Die Decke hängt über den Lehnen, nicht über der Heizung und nicht über einer Lampe. Solange Kinder unter der Decke sind, bleibt ein Erwachsener im Raum. Eine Höhle, die sich von innen schließt, ist für kleine Kinder kein Spielort.
  2. Der Karton bekommt eine Aufgabe. Derselbe Karton wird an einem Nachmittag Haus, Garage, Schiff und Versteck. Ein Kissen wird zur Tür, ein Tuch zum Dach. Schneiden und Kleben mache ich, wenn die Kinder in der anderen Ecke sind, und meistens brauchen wir es gar nicht.
  3. Wäscheklammern sortieren. Eine Schnur zwischen zwei Stuhllehnen, ein Haufen Klammern, dann wird gereiht, sortiert und gezählt. Das ist Fingerarbeit, die eine Weile trägt. Klammern sind klein. Wo noch alles in den Mund wandert, kommen sie weg.
  4. Kissenparcours. Kissen auf den Boden, Socken aus, der Weg führt über, um und zwischen ihnen hindurch. Tische und Fensterbänke gehören nicht dazu. Vom Sofa springt niemand, auch wenn es naheliegt. Wer nicht springen mag, geht den Weg rückwärts oder trägt dabei ein Buch auf der flachen Hand.
  5. Eine flache Schüssel Wasser. Drei Becher, ein Schwamm, ein Handtuch darunter. Die Schüssel steht auf dem Boden, nicht auf einem Hocker, und ein Erwachsener sitzt daneben. Auch flaches Wasser ist Wasser, und ein kleines Kind wird darin still, ohne dass es jemand merkt.
  6. Küchenorchester. Töpfe, Deckel, Holzlöffel und irgendwann ein Lied, das alle kennen. Zwölf Minuten sind genug für alle Beteiligten, die Nachbarn eingerechnet. Bei uns endet das Konzert mit demselben Satz wie jede andere laute Beschäftigung: die Küche macht jetzt Pause.
  7. Taschenlampe statt Kerze. In der Höhle wird es dunkel, ein Buch kommt mit, die Lampe liegt neben der Decke. Kerzen bleiben in der Schublade, auch wenn sie auf Bildern gemütlicher aussehen.
  8. Kofferpacken für eine Reise nach Irgendwo. Alte Taschen, Schals, leere Dosen und ein paar Karten, auf die ich nur Symbole male: ein Kreis für den See, ein Strich für die Straße. Gelesen wird nichts. Gesucht wird alles. Die Reise führt bis in die Küche und mit Zwischenstopp im Bad wieder zurück.

Was einen Regentag trotzdem kippen lässt

Zwei Kinder und eine Idee sind oft ein Streit mit Anlauf. Bei uns reicht es, dass beide dasselbe Kissen wollen. Ich setze mich dann dazu und halte die Hand dazwischen, statt ein Urteil zu sprechen. Wie das im Einzelnen aussieht: Geschwisterstreit begleiten, ohne Richterin zu spielen.

Ein Wechsel funktioniert besser mit Vorankündigung: noch zweimal rutschen, dann räumen wir die Kissen weg. Warum ein Schlusszeichen mehr bringt als der fünfte Zuruf: Übergänge mit Kindern begleiten.

Und dann gibt es die Sorte Regentag, an der kein Material schuld ist. Alle sind müde, das Zimmer ist zu klein, und jede Idee klingt nach Arbeit. An solchen Tagen hilft kein Programm. Ein Kissen, eine Decke und niemand, der etwas von einem will, sind auch ein Plan.

Wenn der Regen nachlässt

Zwischen zwei Schauern liegen manchmal dreißig Minuten. Die reichen für Stiefel, Jacke und eine Runde um den Block, und danach ist die Wohnung wieder groß genug für alle. Was auf so einem kurzen Weg funktioniert, steht in Ideen für eine halbe Stunde draußen.

Was heute zuhause bleiben darf

  • Neue Sachen. Ein Regentag ist kein Anlass für einen Einkauf. Der Karton von der letzten Lieferung ist das brauchbarste Material im Haus.
  • Ein Bastelprogramm. Ideen mit Schablone, Kleber und einem fertigen Ergebnis brauchen eine Geduld, die ich an einem Regentag nicht habe.
  • Alle acht Ideen an einem Tag. Zwei oder drei reichen. Der Rest ist Reserve für den nächsten Regen.
  • Das schlechte Gewissen. Ein Kind, das zwei Stunden mit einer Decke beschäftigt ist, verpasst nichts. Es tut genau das, was an einem Regentag dran ist.

Wenn nach zwei Ideen schon alles zu viel ist, ist das kein misslungenes Programm. Es ist ein voller Tag.

Was ich dabei im Blick behalte

  • Aufsicht. Ein Kind, das versunken spielt, braucht keine Moderation, aber ein Ohr im Nebenraum. Ein Kind, das klettert, braucht Augen.
  • Höhe. Regale, Fensterbänke und Tischplatten sind kein Teil des Parcours. Höhle heißt nicht Klettergerüst.
  • Wasser. Nur mit einem Erwachsenen daneben, auch wenn die Schüssel flach ist.
  • Wetter. Nasse Sachen werden sofort gewechselt. Sonst wird aus einem Regentag ein Tag im Bett.
  • Tempo. Nicht jedes Kind will toben. Für eines ist der Nachmittag gelungen, wenn es in der Höhle liegen und zuhören darf.

Am Abend steht der Karton noch da, die Decke hängt schief, und irgendwer schläft auf dem Boden ein, weil die Höhle bequemer war als das Bett. Morgen regnet es vielleicht wieder. Dann fangen wir nicht bei null an.

Vielleicht passt das noch