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zwergenalltag

Draußen spielen, wenn nur eine halbe Stunde bleibt

Spielen & unterwegsRosalia Albescu5 Minuten Lesezeit
Eine Bezugsperson und zwei Kinder räumen auf dem Wohnzimmerboden Spielzeug in eine gelbe Kiste, daneben liegen Bauklötze, ein Spielzeugauto und ein Dinosaurier.

Es ist zehn nach fünf, das Essen steht noch nicht auf dem Herd, und draußen ist es grau. Eine halbe Stunde reicht für einen Weg, aber nicht für ein Ziel. Genau dafür sind kleine Spiele gedacht: fünf Blätter in fünf Farben, eine Frage an die Pfütze, ein Geräusch, das niemand erwartet. Danach gehen wir zurück, bevor alle müde sind.

Zehn nach fünf, das Essen steht noch nicht auf dem Herd, und draußen ist es grau. Die halbe Stunde bis zum Abendessen reicht nicht für den Spielplatz am anderen Ende der Siedlung. Sie reicht für die Runde um den Block. Ich ziehe die Stiefel an, hänge den Beutel für Fundstücke über die Schulter, und dann gehen wir los, ohne Ziel.

Eine halbe Stunde draußen ist kein Ausflug. Sie ist ein Weg. Wer das einmal akzeptiert, spart sich die Planung, den Einkauf und die Verhandlung darüber, ob das Wetter gut genug ist. Ein paar kleine Spiele passen in diese Zeit, und danach gehen wir zurück, bevor alle müde sind.

Sechs kleine Spiele für eine halbe Stunde

Alles hier funktioniert auf einem Gehweg, im Park oder auf dem Weg zur Kita. Vorbereiten muss man nichts, außer Schuhe anziehen.

  1. Fünf Blätter, fünf Farben. Wer zuerst fünf Blätter in fünf unterschiedlichen Farbtönen findet, darf sie in den Beutel stecken. Das Spiel macht langsam, weil Farben gesucht werden müssen, und es funktioniert auch mit Steinen, Federn oder Zweigen.
  2. Die Pfützenfrage. Welche Pfütze ist die tiefste, welche die kälteste, und in welcher schwimmt etwas? Beantwortet wird die Frage mit den Stiefeln, nicht mit den Händen. Pfützen sind in Ordnung, solange der Boden darunter zu sehen ist und niemand am Rand einer Böschung steht.
  3. Eine Minute stehen bleiben. Augen zu, oder Augen auf und nichts sagen. Danach zählen wir, was wir gehört haben: ein Fahrrad, ein Vogel, eine Tür, ein Kind weiter hinten. Kinder, die noch nicht zählen, zeigen in die Richtung.
  4. Was war zuerst? Auf dem Hinweg merken wir uns drei Dinge in der Reihenfolge: der rote Zaun, die Bank, der Busch mit den Beeren. Auf dem Rückweg wird die Reihenfolge umgedreht. Wer sich falsch erinnert, lacht, und das ist der halbe Nutzen.
  5. Balance auf einem flachen Rand. Auf einer niedrigen Mauer im Park entlanglaufen, mit einer Hand an meiner Hand. Die Mauer bleibt knietief. An der Straße machen wir das nicht, dort gilt: ich gehe auf der Straßenseite, das Kind auf der Häuserseite, und die Hand bleibt, bis wir auf der anderen Seite sind.
  6. Wolkenrennen. Welche Wolke ist in einer Minute am weitesten gewandert? Bei Wind ist das Spiel nach zwei Minuten vorbei, und dann wird gerannt, bis die Jacke zu warm wird.

Wetter entscheidet mit, nicht die Laune

Regen ist spielbar. Stiefel, Jacke, eine Wechselhose im Beutel, und danach ist die Sache vergessen. Was nicht spielbar ist: ein Gewitter. Bei Donner drehen wir um, ohne Diskussion und ohne Abstimmung. Das ist die eine Wetterregel, die bei uns nicht verhandelt wird.

Hitze braucht eine andere halbe Stunde als Kälte. An einem heißen Tag gehen wir früh oder spät, suchen Schatten, und die Flasche kommt mit. Ein Kind, das plötzlich blass wird oder aufhört zu rennen, kommt nachhause, auch wenn die halbe Stunde noch nicht um ist. Kälte braucht weniger Aufwand: eine Lage mehr, Handschuhe, und die Runde wird kürzer.

Wenn es wirklich schüttet, bleibt der Weg heute aus. Für diese Tage steht in Spielideen für einen Regentag, was in der Wohnung funktioniert, ohne dass jemand einkaufen geht.

Verkehr, Wasser, Sichtweite

Drei Dinge entscheiden darüber, ob eine halbe Stunde draußen entspannt endet.

  • Verkehr. Die Straße gehört den Autos, der Gehweg uns. Beim Überqueren halte ich die Hand, und ich entscheide, wann gegangen wird. Roller und Laufrad bleiben auf dem Gehweg, nicht auf der Fahrbahn.
  • Wasser. An einem Bach, Teich oder Kanal ist die halbe Stunde ein Spaziergang und kein Spielplatz. Dort gehe ich nicht auf Sichtweite, sondern auf Armlänge. Steine am Wasser sind glatt, auch wenn sie trocken aussehen.
  • Sichtweite. Wer schnell rennt, darf bis zum nächsten sichtbaren Punkt vorlaufen und dort warten. Wer noch nicht allein zurückfindet, bleibt in Sichtweite. Beides gilt gleichzeitig, und beide Kinder wissen, welcher Satz für sie gilt.

Wenn zwei Kinder verschieden schnell sind

Eines will rennen, das andere will stehen und schauen. Beides gehört zu einer halben Stunde dazu. Bei uns hat der Weg deshalb zwei Teile: erst die Strecke, auf der gerannt wird, dann die Stelle, an der geschaut wird. Wer im Wagen sitzt oder getragen wird, bekommt den langsameren Teil, wer schon allein bis zur nächsten Ecke laufen darf, den schnelleren. Kein Kind muss dafür so sein wie das andere.

Was in die Jackentasche passt

Für eine halbe Stunde braucht es keinen Rucksack. Es reicht: eine Flasche Wasser, etwas zu essen, das ohne Besteck funktioniert, ein Tuch und der Beutel für die Fundstücke. Wer öfter losgeht, packt den kleinen Beutel einmal richtig und hängt ihn an die Tür. Was in eine größere Tasche gehört, steht in der kleinen Packliste für den Ausflug mit Kindern.

Die halbe Stunde bekommt einen festen Platz

Eine halbe Stunde, die jeden Tag neu verhandelt wird, findet nicht statt. Bei uns hat sie einen Platz in der Woche, an zwei Nachmittagen, direkt nach der Kita und vor dem Kochen. Nicht als Programm, sondern als Gewohnheit. Wie so ein Platz im Wochenplan in zwanzig Minuten entsteht, ohne dass der ganze Abend umgebaut wird, habe ich dort aufgeschrieben.

Der Rückweg ist übrigens der anstrengendere Teil. Kinder, die eine halbe Stunde gerannt sind, wollen getragen werden, und das darf auch mal sein. Wer die Runde kleiner plant, als sie sein müsste, kommt mit weniger Trageanteil nachhause.

Draußen passiert in einer halben Stunde mehr als in einem ganzen Nachmittag vor der Heizung. Dort gibt niemand die Reihenfolge vor. Ein Kind, das einem Käfer hinterherschaut, hat in diesen zwanzig Minuten genau das Richtige getan.

Vielleicht passt das noch